5:2 Erfolg gegen TuS Reppenstedt nach ereignisreichen 70 Minuten

Das Lüneburger Schützenfest gegen den TuS Reppenstedt wurde um eine Achterbahnfahrt im Hasenburger Grund verlängert

Lüneburg 17.09.2026

Die Mannen vom Trainerteam Olaf Kranz, Mike Ziehm und Florian Heuer sind erfolgreich in die anstehende englische Woche gestartet. Am Ende trug die lebendige Schiedsrichterlegende Friedhelm Liesener einen 5:2 Erfolg des MTV in den Spielberichtsbogen ein, so dass die Rothosen optimistisch in die beiden Spiele in der kommenden Woche gegen die SG Bleckede/Neetze und den TuS Barendorf gehen.

Vor Beginn des Spiels stimmten Olaf Kranz und Mike Ziehm ihr Team auf ein anspruchsvolles Match ein, gilt doch der TuS für den MTV traditionell als unangenehm. Zudem war der Turner-Kader an diesem Abend nicht ganz breit aufgestellt. Andererseits verfügte die Lüneburger Mannschaft über eine hohe Qualität und ein nahezu jugendliches Durchschnittsalter. Gefühlt fand sich das jüngste Ü40 MTV aller Zeiten zum Spiel gegen den TuS Reppenstedt zusammen, was die Auswahl der Preplay Kabinenmusik untermauerte.

Und so ging es gleich rein ins Spiel mit sehr viel jugendlicher Dynamik.

Und es ergaben sich sehr schnell zahl- wie aussichtsreiche Torchancen für den favorisierten Gastgeber. Und zwar so viele, dass die Ü40-MTV Frau für alle Fälle, Kerstin Schröder mit der Bedienung des Live Tickers nicht hinterherkam. So gab die gute Seele nach 10 Minuten ihren ausgerechnet für dieses Spiel gefassten guten Vorsatz, auch Torchancen zu tickern, mit Schmerzen in ihren Fingern entnervt auf.

Schuld dieser Entnervung war größtenteils der mit jeder Spielminute mehr und mehr über sich hinauswachsende Torhüter der Reppenstedter, Daniel Dom. Alle Schüsse der Rothosen, die nicht neben, über oder an sein Gehäuse flogen, wurden Beute der Nummer 1 des TuS. Entweder hielt er die Bälle fest oder diese prallten von ihm wie von einer Wand ab.

Zweiter Leittragender neben der durch Fingerschmerzen gezeichneten MTV Betreuerin Kerstin Schröder war der Gegenüber von Daniel Dom, nämlich der MTV Torhüter Marco Koch. Bis dahin noch  nahezu beschäftigtslos, sorgte der nicht genutzte Chancenwucher für mächtig Puls beim MTV Torhüterfels. Um seine Nerven zu beruhigen, machte er mehrfach verbal unüberhörbar deutlich, dass ein Tor dem Spiel nun gut tun würde.

Und kurze Zeit später bekam er sein Tor. Schön dazu, allerdings auf der falschen Seite, denn der Ball zappelte in der 26. Minute völlig aus dem Nichts im Tor von Marco Koch. Der quirlige TuS Stürmer Patrizio Di Francesco fasste aus dem Halbfeld den Mut, beherzt aufs Tor zu schießen, da Marco Koch dem Spielgeschehen geschuldet nicht auf der Torlinie postiert war. Und so fand der Ball in herrlicher Flugphase den Weg ins Tor und das Spiel eine unvorhersehbare Wende.

Und eine Minute später drohte das Spiel komplett zu kippen. Schnell nach dem gegentor- und regelbedingten vom MTV ausgeführten „Strafanstoß“ eroberten die Gäste den Ball, der sofort zu einem frei vor Marco Koch stehenden TuS Stürmer gepasst wurde. Doch der wie gewohnt starke MTV Keeper reagierte blitzschnell und vereitelte mit einer Glanztat das 0:2, allerdings nicht den weiteren Ballbesitz der schwarz-weiß gekleideten Gäste, so dass diese aus kurzer Distanz zum Naschuss kamen. Diesen knallte ein Gästeangreifer brachial an den Knick des MTV Tores, so dass dieser Aufschlag des Balles fast so laut vornehmlich war, wie die vorherigen, emotionalen Unmutsbekundungen des MTV Torwartfels Marco Koch über die ausgelassenen Großchancen seiner Teamkameraden.

2 Minuten vor dem Halbzeitpfiff machte nochmal Speedy Sven Meißner Tempo über die rechte Seite, scheiterte aber nicht sonderlich überraschend an der Nummer 1 vom TuS, Daniel Dom. Allerdings setzte nach dieser Rettungsaktionen des TuS Goalies der für die Rothosen immer wertvoller werdende Stefan Jung nach. Und wie ein Alter überwand Youngster Stefan Jung mit einem gezielten Flachschuss endlich die Wand Daniel Dom, so dass damit den Rothosen der Weg in die Kabinen deutlich leichter fiel als es mit einem 0:1 Rückstand Rucksack der Fall gewesen wäre.

MTV Treubund – TuS Reppenstedt
5:2 (1:1)

In der Halbzeitpause hob Coach Olaf Kranz hervor, dass die 2. Hälfte anstelle eines Rückstands nun von Null losginge und somit die Karten mit dem späten Ausgleich neu verteilt worden sind.

Und Matthaeus Theo Vogel mischte den Rothosen 9 Minuten nach der Hälfte neue Joker hinzu, erzielte er doch in dieser Minute aus zentraler Position die heiß ersehnte 2:1 Führung für die Gastgeber. Hierbei entschied sich der fussballerische Feingeist dagegen, seinen Mittelstürmer Jörg Marsiske außen mitzunehmen sondern dafür, es auf eigene Faust durch die Mitte zu probieren. Der Zweck heiligt alle Mittel.

Wer nun annahm, dass der Rummel und damit auch die Achterbahn die Pforten geschlossen hat, sah sich getäuscht. Der Gast hatte nach dem Rückstand die Schlüssel in der Hand, da der TuS nach dem Rückstand seine beste Phase erwischte und den MTV in der Defensive zunehmend beschäftigte.

Die Schlüsselszene des weiteren Spielverlaufs ereignete sich dann in der 45. Minute, die selbst den für seine Besonnenheit bekannten und geschätzten Trainer des TuS, Carsten Krüger, nicht unberührt ließ. Allerdings ohne dass er seine sportliche Fairness über Bord warf sondern die Tatsachenentscheidung des Schiedsichter Urgesteins Friedhelm Liesener ohne Widerworte akzeptierte.

Was war geschehen? Ein Gästestürmer brach durch die MTV Defensive durch, so dass sich der wieder sehr fleißige Turner  Kapitän Florian Heuer nur mit einem Handgriff an die Schulter seines Gegenspielers zu wehren wusste. Da der Capitano, zumindest von fast allen Blickwinkeln aus, die am tiefsten platzierte Rothose war, wäre eine Trikot gleiche Kartenfarbe nicht undenkbar gewesen. Der routinierte Unparteiische Friedhelm Liesener beließ es allerdings bei der unter dem hell leuchtenden LED Flutlichtet grell schimmernden gelben Kontrastfarbe.

Und kurze Zeit später kam es noch schlimmer für den wackeren Gast. Theo Vogel wählte beim nächsten Angriff auch einen Kontrast. In Umkehr zu dem Angriff, der für die 2:1 Führung der Lüneburger gesorgt hatte, kam er dieses Mal von außen und nahm seinen im Strafraum stehenden, zumindest für Theo Vogel unübersehbaren Stoßstürmer Jörg Marsiske per butterweicher Flanke mit, so dass der „Elfer“ scheinbar leicht per Kopf auf 3:1 stellte.

Dieses 2 Tore Polster war offenbar auch Nervenbalsam für MTV Keeper Marco Koch, hielt er doch kurze Zeit später in einer 1:1 Situation das 2 Tore Polster bravoröus fest.

Und 18 Minuten vor Schluss fielen dann die Rummelschotten. Schließer war die Nummer 9 der Rothosen, Christian Felgner, der in einer Spielstatistik nahzu immer seinen Eintrag findet. So auch dieses Mal, als er per Distanzschuss auf 4:1 stellte und mit dem nicht ganz unhaltbaren Treffer Sebastian Dom im Tor der Gäste als menschlich entlarvte.

Kurze Zeit später verkürzte der nie aufsteckende Gast auf 2:4, ohne damit das Spiel aber noch einmal spannend machen zu können.

Spannung kam nochmals 5 Minuten vor Schluss auf, als Ruhepol Stefan Jung per indirekten Freistoß den 5:2 Endstand erzielte. Die Spannung war deswegen vorhanden, da der Ball vorm Torschuss zwar von einem Lüneburger berührt aber nicht sichtbar bewegt wurde, bevor ihn der Mittelfeldmotor des MTV im Gästetor unterbrachte und damit auch noch nach Spielschluss für nicht geklärte Diskussionen über die Regelkonformität des Treffers sorgte.

Nun geht es für die Rothosen am kommenden Dienstag mit dem Heimspiel gegen die sehr unbequeme SG Bleckede/Neetze/Dahlenburg weiter.

Die Tore für den MTV erzielten: 0:1, 1:1 Stefan Jung, 2:1 Theo Vogel, 3:1 Jörg Marsiske, 4:1 Christian Felgner, 4:2, 5:2 Stefan Jung

Für den MTV spielten: Marco Koch, Florian Heuer, Mike Ziehm, Mark Less, Sven Meißner, Henry Ruppenthal, Theo Vogel, Stefan Jung, Christian Felgner, Jörg Marsiske

An der Seitenaußenlinie die gute Seele Kerstin Schröder

Foto: MTV Treubund

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