Nach 15 Spielen in der Saison 25/26 wird es Zeit für einen kurzen Zwischenstand. Nicht nur wegen der Spielausfälle zum Ende des Jahres fällt eine einheitliche Betrachtung jedoch nicht leicht. Erst zum Ende der Saison schien die Mannschaft sowohl nach hinten gefestigt als auch nach vorne erfolgreich.
Schon zu Beginn der Saison setzte es zwei empfindliche Niederlagen, die dafür sorgten, dass bereits nach wenigen Pflichtspielen von Trainerseite eine Reaktion der Mannschaft gefordert wurde, um nicht den Blick nach unten richten zu müssen. Nach dem erfolgreichen Pokalauftakt in Handorf folgten mit dem 2:6 gegen den LSK II in der zweiten Pokalrunde und dem 1:4 gegen Gellersen II zum Ligaauftakt zwei Niederlagen, die gerade in der Art und Weise und der Höhe für schlechte Stimmung sorgten. Gegen beide Mannschaften kann man verlieren, nicht zuletzt der Blick auf die Tabelle der 1. Kreisklasse Nord zeigt dies. Wie unbedrängt der MTV die Gegner einschieben ließ und wie ideenlos das Spiel nach vorne war, zeigte aber gut, dass die Mannschaft noch einige Entwicklungsschritte gehen musste. Auch das Verhalten vor dem gegnerischen Tor war zum Saisonstart noch eine große Baustelle – der Großteil der Tore resultierte aus Standards und Kontern. Man könnte also sagen, dass die kommenden – vermeintlich schwächeren – Gegner zur rechten Zeit kamen. Die geforderte Reaktion der Mannschaft kam – und die nächsten Spiele wurden teilweise deutlich gewonnen. Neben den Siegen gegen Wendisch Evern II (4:0), Barendorf II (4:0), VfL Lüneburg (6:0) und Brietlingen (2:0) stand nur ein Unentschieden gegen Bleckede (3:3), ein Spiel das nach 2:0- und 3:2-Führung in Überzahl noch hergeschenkt wurde. Obwohl damit der Saisonstart wieder wettgemacht wurde und mit Brietlingen und Bleckede gegen zwei unmittelbare Tabellennachbarn gepunktet wurde, waren sich alle bewusst, dass die Mannschaften, die auch am Ende der Saison an der Tabellenspitze zu erwarten sind, noch kommen. Trotz des großen Selbstvertrauens, mit dem die Mannschaft in die Spiele gegen Erbstorf und Mechtersen/Vögelsen startete, folgten dort die nächsten beiden Niederlagen (1:0 und 4:1). Nach 8 Ligaspielen zeigte der MTV damit wieder das Bild der letzten Saison: Gegen die Spitzenmannschaften tut man sich schwer, gegen die schwächeren Gegner werden teilweise hohe Siege eingefahren. In der Regel bedurfte es dafür noch nicht einmal eine Topleistung der Mannschaften aus der Spitzengruppe, die individuellen Fehler und Unkonzentriertheiten der Turner reichte meist aus.
Die Zäsur in dieser Hinrunde folgte dann in Dahlenburg. Der Tabellenletzte hatte zu dem Zeitpunkt magere 2 Punkte angesammelt und schien bereits nach so wenigen Spielen als Absteiger festzustehen. Auch wenn sie diese 2 Punkte aus den letzten beiden Spielen geholt hatten, schien die Mannschaft nicht gewarnt zu sein und agierte nur halbherzig. Der DSK spielte keinen guten Fußball, ging aber motiviert und hart ins Spiel – genug, um Treubund den Schneid abzukaufen. Nach 90 Minuten schlechter Einstellung, Laufbereitschaft und Leistung gewann Dahlenburg mit 3:2 und holte die bis heute letzten Punkte.
Wenn man diesem Spiel etwas Gutes abgewinnen möchte, dann gelingt dies mit Blick auf die folgenden Spiele. Seit diesem Spiel gab der MTV keines mehr aus der Hand und steht bei 4 Siegen und 2 Unentschieden. Vor allem aber brach die Mannschaft nicht mehr ein, sobald sie Rückschläge erlitten hat, ein wichtiger Entwicklungsschritt. Gegen Dynamo Lüneburg drehte man einen 2:0-Rückstand zum Ende des Spiels in nur 3 Minuten zu einem 3:2-Sieg, in Bienenbüttel hielt man als erste Mannschaft über 90 Minuten die Null (0:0), beim 3:3 gegen Hohnstorf traf man gleich doppelt ab der 90 Minute und konterte so den ebenfalls späten 3:1-Treffer der Gäste – früher für die Turner das Signal vollständig aufzugeben. Zudem beschenkte sich die Mannschaft gegen Wendisch Evern II (6:1) und den Vastorfer SK (9:0) endlich auch mit einer guten Effektivität vor dem Tor und ging mit zwei Erfolgserlebnissen in die Winterpause.
Gerade wegen der letzten Spiele hätte die Mannschaft die witterungsbedingt abgesagten Spiele gegen Himbergen und Gellersen II sicherlich gerne vor der Winterpause gespielt. So bleibt nur die Hoffnung, den Schwung der letzten Spiele über die Feiertage ins neue Jahr zu retten und dort mit einer erfolgreichen Rückrunde zumindest den Anschluss nach oben zu halten. Insgesamt damit wohl eine Hinrunde, mit der man zufrieden sein kann – wären da nicht diese Schönheitsfehler …
