MTV besiegt den TuS Barendorf in einem Spiel für starke Nerven

3:2 Erfolg nach einem heißen Tanz

Lüneburg 01.10.2025

Das Team von Trainergespann Olaf Kranz, Timm Sabatino, Maik Alvermann und Florian Heuer hat sich in einem hochspannenden wie ebenso klassigen Spitzenspiel denkbar knapp mit 3:2 bei Verfolger und Pokalsieger TuS Barendorf durchgesetzt und damit die Tabellenführung verteidigt.

In der Kabine schwörte Team-Kümmerer Olaf Kranz seine Mannschaft vor dem Spiel auf eine ganz enge Kiste ein und bat eindringlich darum, mit einem Sieg als medizinfreie Prophylaxe einen neuerlichen, wie im letzten Pokalfinale gegen den TuS erlittenen, tief sitzenden Fussballkater tunlichst zu vermeiden.

Und es fühlte sich nach 2 Minuten so an, als würde der Abend aus MTV Sicht komplett schmerzfrei verlaufen. Denn nach 2 Zeigerumdrehungen eroberte der erneut vorbildlich kämpfende Kapitän Florian Heuer den Ball in Strafraumnähe der Mannschaft vom Elbe-Seiten-Kanal und passte sicherlich gewollt auf Torjäger Christian Felgner. Dieser fackelte nicht lange und wuchtete das runde Spielgerät in die grobe Richtung Kasten der Gastgeber. Aber der Ball landete nicht, wie, je nach Standort von einigen Betrachtern erwartet, im Fangzaun sondern eine entscheidende Etage tiefer, nämlich im Tornetz der Kanalanrainer.
Aber eine Minute später verschrieb Denker und Lenker Timm Sabatino seinem Team eine Schachtel Aspirin. Der personifizierte Autopilot versteuerte sich in der 3. Spielminute in zentraler Position in Strafraumnähe und verfuhr sich mit Ball im Urgestein der Gastgeber, Dennis Brennan.  Dieser, obwohl vermutlich stark verwundert darüber, das Wunder vollbracht zu haben, dem Dribbelkönig der Turner tatsächlich den Ball abgeluchst zu haben, fackelte nach alter Gewohnheit nicht lange und glich mit einem platzierten wie wuchtigen Flachschuss zum 1:1 aus. Hieran war nichts zu machen für den MTV Torhüter Rüdiger Neumann, der aber im Gegensatz zum Pokalfinale den von Dennis Brennan abgefeuerten Ball zumindest schon einmal gesehen hat.

Das Spiel war spätestens damit komplett „on“ und sorgte damit durchgängig für feuchte Hände bei all denjenigen, die nicht selbst auf dem Spielfeld standen.

Und nach weiteren 3 Minuten nach dem Ausgleich hörte man euphorisches Klatschen dieser feuchten Hände, sofern diese für den MTV schwitzten. Eine der zahlreichen Ecken der Turner, die an diesem Abend für ordentlich Unruhe im Strafraum der Gastgeber sorgten, dieses Mal geschlagen von Allrounder Tahir Khan, landete in sehr erreichbarer Nähe von Schlagader des MTV Spiels, Timm Sabatino. Dieses Mal war die Nummer 13 der Turner wieder wie gewohnt bestens orientiert und erzielte per herrlichen Flugkopfball die 2:1 Führung für die Lüneburger.

Danach beruhigte sich das Spiel im Hinblick auf zählbare Torerfolge in kurzer Abfolge, was aber nicht gleichbedeutend war mit Chancenarmut. Es gab genügend Aufreger vor beiden Toren. Aber nun waren auch beide Torhüter im Spiel und bekamen ihre Hände oft an den Ball.

Aber nach 25 Minuten lag der Ball zum zweiten Mal im Tor der Lüneburger, und das obwohl der sich nun auf Betriebstemperatur befindliche MTV Torhüter Rüdiger Neumann eine Hand am Ball hatte, nachdem Maik Alvermann auf der Linie überwiegend ohne Hand rettete.

Dem an diesem Abend sehr geforderten Schiedsrichter Markus Wiesch war allerdings die Sicht auf diese unübersichtliche Strafraumszene verstellt, die er somit weiterlaufen ließ. In dieser war dann letztlich Jan Wolter der Schnellste, dieses Mal nicht läuferisch sondern gedanklich, so dass er den Ball aus Nahdistanz zum 2:2 durch die linke Hand des sehr verärgerten Schlussmannes der Turner in die Maschen hämmerte.

Dadurch beruhigte sich das Spiel aber keineswegs, denn beide Mannschaften hatten weiterhin das Visier hochgeklappt. Somit gelang es dem MTV in dieser Phase so wie auch im weiteren Verlauf des Spiels nicht, die nötige Ruhe eines Spitzenreiters auszustrahlen.

Um diese Ruhe war es 2 Minuten vor der Pause gänzlich geschehen. Und hierbei stand der symphatische Schiedsrichter Markus Wiesch zweimal direkt hintereinander erneut im Mittelpunkt des Geschehens.

Zuerst verhängte er nach einem Foul an Christian Felgner im Strafraum der Gastgeber Strafstoß für die Lüneburger. Auch wenn der Mittelstürmer zunächst nicht zu Boden ging und somit der Strafstoß aus Sicht der Barendorfer zweifelhaft war, eine durchaus vertretbare Entscheidung des Referees.

Der Sache des ruhenden Balles nahm sich Ruhepol Mark Less an. Allerdings rechnete er wohl nicht mit der Ruhe des Torhüters der Barendorfer, Mark Kahmeier, der einfach stehen blieb und somit den unplatzierten Neunmeter des MTV- Vielseitigkeitsspieler abwehrte.

Daraufhin entstand ein undurchsichtiges Getümmel auf der Torlinie und herum, an dessen Schluss der Ball nach einem resoluten Schuss von Christian Felgner doch noch im Tor der Barendorfer lag. Doch mitten in den roten Torjubel hinein ertönte der Pfiff aus der Pfeife von Markus Wiesch, der berechtigter Weise auf Handspiel von Mark Less entschied und direkt danach beide Teams zur Halbzeitpause zum Abkühlen in die Kabinen schickte. Dort kam aber nur der Gast an, die Gastgeber blieben draußen. 

TuS Barendorf- MTV Treubund
2:3 (2:2)

Hier wünschte sich Coach Olaf Kranz von seinem Team für die 2. Hälfte mehr defensive Stabilität, mehr Mut und noch mehr Turner Mentalität.

Und damit ging die wilde Fahrt unter LED-Licht weiter. Unverändert offen, verbissen umkämpft aber nahezu stets fair.

Ausnahmen bestätigen aber bekanntlich die Regel. Und diese Ausnahme ereignete sich 10 Minuten nach Wiederanpfiff.

Tempostürmer Christian Felgner war nach einem langen Pass von Timm Sabatino auf dem Weg in Richtung Tor der Gastgeber und vermeintlich in Richtung 3:2, als er von hinten von seinem Gegenspieler sehr langanhaltend zu Fall gebracht worden ist. Dieses Foul ähnelte einem Raubtierangriff, allerdings ohne Bissabsicht, war Schiedsrichter Markus Wiesch allerdings zu wenig für einen Pfiff, wie er auf dem Spielfeld, ohne sich die Szene nochmals gedanklich angeschaut zu haben, den Akteuren auf dem Feld erklärte.

Dadurch wurde das Spiel aber nicht unfair, sondern behielt das hohe und anständige Niveau bei, mit Chancen auf beiden Seiten.
Die größten Chancen des MTV wurden zumeist über die rechte Seite durch Blitz Sven Meißner kreiert, versandeten dann aber allesamt im Strafraum der blau gekleideten Barendorfer.

Eine Viertelstunde vor Schluss trat dann Sturmschrank Jörg Marsiske ins Rampenlicht des Spiels. Sein aggressives Anlaufen auf den Torhüter Mark Kahmeier sorgte für ziemlichen Stress bei der Nummer 1 des TuS, so dass die Nummer 11 des MTV den Ball gegen den Torhüter eroberte und kompromisslos zur vielumjubelten 3:2 Führung des Tabellenführers im Tor des Pokalsiegers unterbrachte.

Damit war die Crunchtime des Spiels eröffnet. Der TuS stemmte sich vehement gegen die Niederlage, der MTV gegen den Fussballkater.

Kurz vor Schluss verpassten die Rothosen den Deckel aufs Spiel zu setzen, indem sie eine 3:2 Überzahlsituation fahrlässig liegen ließen.

Die letzten beiden Minuten der Partie zeigten dann, wieso es wichtig für eine Mannschaft ist, einen guten Torhüter zwischen den Pfosten stehen zu haben. Und diesen hatten die Turner an diesem Abend dabei. Denn Rüdiger Neumann stand im Finale furioso des heißen Tanzes mehrfach im Mittelpunkt des Geschehens und holte durch mehrfache Glanztaten für sein Team die Kohlen aus dem Feuer.

Dass am Ende des Spiels die Griechenland gebräunte Betreuerin Kerstin Schröder ihren Jungs aus ihrem Medizinkoffer nicht doch noch die Asperintabletten reichen musste, lag letztlich an Daniel Jeckel. Der Defensivspezialist der Gastgeber stand in der letzten Spielaktion völlig blank vor Rüdiger Neumann. Zwar sah seine Direktabnahme spektakulär aus, landete aber in dem Fangzaun, in dem der Ball schon in der 2. Spielminute gewähnt wurde.

Mit dem Fangzauneinschlag beendete Schiedsrichter Markus Wiesch die Partie. Dieser wird dann ähnlich froh über das Ende der rasanten Partie gewesen sein, wie die überglücklichen Turner, nur anders.

Damit gehen die Lüneburger als Spitzenreiter in die Herbstferien. Ob sich das Team auch als Herbstmeister krönt, wird am 29. Oktober im Grund entschieden, wenn der MTV den SV Karze zum Hinrundenabschluss empfängt.

Die Tore: 0:1 Christian Felgner, 1:1 Dennis Brennan, 1:2 Timm Sabatino, 2:2 Jan Wolter, 2:3 Jörg Marsiske

Für den MTV spielten: Rüdiger Neumann, Mike Ziehm, Mark Less, Florian Heuer, Jan Koller, Tahir Khan, Maik Alvermann, Sven Meißner, Timm Sabatino, Jörg Marsiske, Christian Felgner

Am Spielfeldrand die gute Seele Kerstin Schröder.

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