Unglückliche 0:3 Niederlage im Finale um die Kreismeisterschaft
Dahlenburg 19.06.26
Die Turner haben Ihr großes Saisonziel verpasst. Im Finale um die Kreismeisterschaft unterlagen die Schützlinge vom Trainerstab Olaf Kranz, Florian Heuer, Timm Sabatino und Maik Alvermann gegen den Sieger der Staffel Süd, den SV Küsten mit 0:3. Vom Ergebnis her ein klares Ding, vom Spielverlauf her maximal unglücklich.
Vermutlich nahm das Schicksal bereits am Mittwoch vor dem Finale für die Rothosen seinen unheilvollen Lauf. So entsprach doch Kümmerer Olaf Kranz dem Wunsch des Spielercoachs der Mannschaft aus dem Wendland, Benjamin Techand, dass der SV Küsten im neutralen Spielort Dahlenburg im altvertrautem Rot, der MTV hingegen zwar im hübschen, aber eben nicht altervertrauten Grau aufläuft.
Betreuerin Kerstin Schröder hatte sofort eine böse Vorahnung, als Olaf Kranz ihr dieses Zugeständnis an den Kontrahenten gestand, haben die Rothosen in diesem schönen Gewand doch noch nicht eines der wenigen in dieser Farbe ausgetragenen Spiele gewinnen können.
Trotzdem gingen die Lüneburger sehr zuversichtlich in dieses Finale, waren doch nahezu alle Turner an Bord, so dass das Trainerteam als Vorsichtsmaßnahme sogar auf die etablierten Kräfte Maik Alvermann und Reno Schellin verzichten konnte.
Und so begannen die Turner, von der Grundeinstellung an diesem sehr warmen Sommerabend eher defensiv eingestellt, dennoch mutig. So kamen die Lüneburger auch nach ganz kurzer Spielzeit zu ihrer ersten sehr großen Torchance. In dieser agierte aber Laufbiene Jan Köller etwas zu ungestüm und mutig, so dass er, dicht vorm Gästetor stehend, eine Direktabnahme ziemlich deutlich über den Kasten jagte.
Etwas besser machte es kurze Zeit später Torgarant Christian Felgner, so dass er aus ähnlicher Distanz den Ball zumindest aufs Tor brachte. Aber diese Szene sollte zum Symbolbild dieses Abends werden. Thorben Röver, der ausgezeichnete Torhüter der Wendländer, hielt den Ball.
Und so kam es, wie es kommen musste. Der SV Küsten ging in der 15. Minute mit 1:0 in Führung. Torschütze war der sich in seinem roten Trikot sehr wohlfühlende Torjäger Benjamin Techand. Dieser wurde von der MTV Defensive in der Zentrale zu spät angegriffen, so dass er mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze dem wieder einmal guten MTV Torhüter Michel Krause keine Chance ließ.
Dieses Tor ließ die Turner aber keineswegs resignieren, sorgte aber für eine andere Statik des Spiels. Wohl auch der immer noch hohen Temperaturen geschuldet, spielte der SV Küsten nun vermehrt über ihren Torwart Thorben Röver hinten herum, um Kräfte zu sparen. Für zusätzliche Pausen sorgte zudem der ausgezeichnete Schiedsrichter Markus Wiesch, der nach vorherigen Absprache beiden Teams pro Halbzeit eine werbefreie Trinkpause gönnte.
Der Pfosten des Tores des SV Küsten war 5 Minuten nach dem Rückstand der Turner allerdings weniger in Gönnerlaune als der symphatische Unparteiische. Ein gezielter Torschuss von Kraftpaket Jörg Marsiske landete am Innenpfosten und sprang von dort aus ins Spielfeld zurück, so dass sich die Turner weiterhin in der Jägerrolle befanden.
Aber vor dem Halbzeitpfiff passierte nichts Entscheidendes mehr, so dass der SV Küsten den knappen Vorsprung mit in seine Kabine nahm. Die Rothosen hingegen blieben draußen und suchten sich am Spielfeldrand des sehr gut bespielbaren Grüns ein schattiges Plätzchen.
SV Küsten – MTV Treubund
3:0 (1:0)
In der Pause stellte Trainer Olaf Kranz fest, dass im Spiel der Rothosen bis auf das Ergebnis alles passte. Ausgegeben wurde für die 2. Spielhälfte die Devise, die vor dem Gehäuse der Wendländer stattfindende Querspielerei des SV Küsten durch frühes Anlaufen zu unterbinden.
Und so gingen die Turner sehr optimistisch in die 2. Spielhälfte. Gepaart mit dem Mut, offensiv anzulaufen.
Und so ergaben sich eine Vielzahl an Großchancen für den MTV. Mit denselben Protagonisten des 1. Abschnitts, sowohl auf Seiten der Lüneburger als auch auf der des Staffelsiegers Süd.
Zunächst scheiterte der Neuner Christian Felgner, indem er, als er sich drehen und zum freien Abschluss kommen wollte, am stumpfen Rasen und kam zu Fall anstelle zum Abschluss.
Kurze Zeit scheiterte Schienenspieler Jan Köller mit einem Kopfball aus Nahdistanz am schon lange warm geschossenen Thorben Röver.
Und schließlich griff auch das Gebälk des Gästetores erneut ins Spiel ein und währte einen Kracher von Mittelstürmer Jörg Marsiske mit Bravour ab.
Nachdem dann Christian Felgner aus Strafraumdistanz den nächsten Riesen sicher in den Fangarmen von Thorben Röver unterbrachte, wuchs die Hoffnung der sich am Abgrund bewegenden Wendländer, sich doch noch über die Ziellinie retten zu können.
Und diese Hoffnung erhielt 5 Minuten vor Schluss neuen Nährboden. Einer der ganz wenigen Gegenangriffe des Teams aus der Gemeinde Lüchow-Dannenberg landete beim Vollstrecker Benjamin Techand und dann kurze Zeit später fast selbstverständlich im Tor der verdutzen Turner. Konnte sich der Mittelstürmer doch unwiderstehlich in einer 1 zu 1 Situation durchsetzen und zur in dieser Phase unerwarteten Vorentscheidung vollenden.
Dass dann kurz nach dem Mittelanstoß der an diesem Abend sehr präsente Jörg Marsiske den nächsten Hochkaräter ausließ, wurde auf Seiten der Lüneburger nur mit Galgenhumor zur Kenntnis genommen.
Den Deckel auf das Spiel setzte in der Schlussminute natürlich Benjamin Techand, der einen Freistoß zum 3:0 Endstand für die Wendländer verwandelte.
Der Fluch der grauen Trikots fand dann mit dem Schlusspfiff seinen hoffentlich letzten Akt, scheiterte der MTV in dieser Aktion mit einer 100 % Doppelchance zuerst am Alu und dann an Thorben Röver.
Es bleibt somit festzuhalten, dass der MTV eine tolle Saison gespielt hat, ohne allerdings das Sahnehäubchen „Qualifikation für die NFV-Qualifikationsspiele“ auf die Meisterschaftstorte gesetzt zu haben.
Also gibt es in der neuen Saison einen neuen Anlauf, vermutlich mit einem nahezu identischen, ggf. punktuell ergänzten Kader.
Die Tore für den MTV erzielten: Das erste Mal in dieser Saison Fehlanzeige
Für den MTV spielten: Michel Krause, Mike Ziehm, Florian Heuer, Mark Less, Theo Vogel, Patrick Eschen, Timm Sabatino, Tahir Khan, Jan Köller, Sven Meißner, Christian Felgner, Jörg Marsiske
An der Seitenaußenlie die gute Seele Kerstin Schröder
Foto: MTV Treubund
