Charaktertest mit Sternchen bestanden
Westergellersen 24.04.2026
Zum dritten Mal in dieser Saison trafen die Mannen vom Trainerteam Olaf Kranz, Timm Sabatino, Maik Alvermann und Florian Heuer auf das Top Team und den amtierenden Meister TSV Gellersen. Aus den beiden vorausgegangen Spielen, dem Hinspiel und dem Pokal Viertelfinale, gingen nach jeweils intensiv geführten 70 Minuten die Lüneburger als Sieger hervor.
Die Rothosen waren sich nicht nur aufgrund der stets engen Spiele zwischen diesen beiden Kontrahenten bewusst, dass es einer extremen Willens- und Energieleistung bedarf, um den starken Widersacher wie in der Vorsaison ein drittes Mal zu besiegen. Denn es kam erschwerend dazu, dass die Rothosen mit einem zwar qualitativ guten, aber quantitativ sehr ausgedünnten Kader nach Westergellersen anreisten. Zu allem Überfluss stand der Tabellenführer noch 20 Minuten vor verschlossener Kabinentür, traf sich doch der über die Schlüsselgewalt verfügende Gastgeber erst geschillte 40 Minuten vor Spielbeginn.
Endlich in die Kabine vorgedrungen, freute sich MTV Kümmerer Olaf Kranz mit seiner Mannschaft darüber, dass sich kurzerhand der auf seine Knie Operation wartende Jakob Zientek aufgrund der Personalknappheit als Notnagel für dieses Spitzenspiel zur Verfügung stellte. Und so schwor der Coach sein Team auf einen extremen Charaktertest ein, der nur mit sehr viel Wille und Energie zu bestehen sein würde.
Und so ging es rein in diese Partie, die ohne Abtastphase auskam. Ein Umstand, der Modellathlet und Zentrumsstürmer Jörg Marsiske offenbar irritierte, nahm er doch eine unverhoffte 1:1 Situation in der 2. Spielminute nicht an, legte er doch anstelle ins Laufduell mit seinem Bewacher zu gehen den Rückwärtsgang ein und verzichtete somit auf die Chance auf die frühe Gästeführung.
Diese Chance erhielt der feinfühlige MTV Stürmer 5 Minuten später erneut, und dieses Mal nutzte er diese. Fein freigespielt von seinem kongenialen Sturmpartner Christian Felgner, der der personellen Notsituation geschuldet an diesem Abend vordergründig im Mittelfeld aufgeboten wurde, schob die Türstehererscheinung im MTV Gewand den Ball gekonnt und filigran am Torhüter der Gastgeber Boris Ichter vorbei ins Tor und sorgte somit für die frühe Führung des Tabellenführers.
Danach verlagerte der Titelverteidiger aus der Samtgemeinde Gellersen das Spielgeschehen aber zunehmend in die Hälfte der Lüneburger, so dass die Arbeit des an diesem Abend hingebungsvoll agierenden Defensivverbunds Mike Ziehm, Florian Heuer und Mark Less von Minute zu Minute zunahm. Da das sehr fleißige Mittelfeld, das neben dem Aushilfsakteur dieser Reihe Christian Felgner aus Leitwolf Timm Sabatino, Umsichtsspieler Tahir Kahn und Arbeitsbiene Maik Alvermann bestand, in dieser Phase wenig Zugriff auf Gegner und Ball bekam, wurde aus der Abwehrarbeit Schwerstarbeit. Da kam den Lüneburgern sehr zupass, dass der Gastgeber viele seiner Angriffe nicht sauber ausspielte. Noch viel schwerer als die eigenen offensiven Ungereimtheiten fiel allerdings für den TSV Gellersen ins Gewicht, dass der MTV Torhüter Michel Krause mit zunehmender Spielzeit immer stärker wurde und so am Ende einen entscheidenden Einfluss aufs Spielgehen hatte.
Einfluss auf das Spiel nahm in der 26. Spielminute auch der zentrale Mittelfeldspieler Tahir Kahn. Wohl noch mit einem leichten Restschwindel aufgrund der im letzten Jahr mit seinem damaligen Team, der SG Brietlingen/Bardowick an selber Stätte erlittenen 0:17 Niederlage behaftet, drehte er sich nach einer von seinem Kapitän Florian Heuer gewonnenen 1:2 Abwehr-Situation in Richtung eigenes Tor. Ein verhängnisvoller Fehler des ansonsten stets ballsicheren Turners, ahnte doch sein Gegenspieler diesen Move, luchste ihm den Ball ab und konnte daraufhin vom Unglücksraben nur noch mit einem Griff an den Fuß am Torschuss gehindert werden. Da diese Fußklammer im Strafraum der Turner erfolgte, zeigte der sehr gute Schiedsrichter Markus Vick unmittelbar auf den Neunmeterpunkt. Zum Unmut der Gastgeber beließ es Markus Vick allerdings als zusätzliche Strafe bei einer gelben Karte. Ein durchaus glücklicher Umstand aus Turner Sicht, wäre in dieser kritischen Phase des Spiels ein Platzverweis gegen Tahir Kahn vermutlich der ko Schlag für die Turner gewesen. So aber stand es nach dem von Tobias Ferner sicher verwandelten Strafstoß sowohl vom Ergebnis als auch von der Anzahl der sich auf dem Feld befindlichen Spieler Remis.
Erholt von diesem Schockmoment, tauchte in der MTV 3 Minuten vor dem Pausenpfiff tatsächlich noch einmal im Strafraum der Gastgeber auf, und das nachhaltig. Scheiterte die Nummer 11 der Lüneburger, Kraftpaket Jörg Marsiske noch am Pfosten des Tores des TSV, vollendete Tempostürmer den Nachschuss zur erneuten Gästeführung. Dabei kam der Nummer 9 der Turner entgegen, dass er genügend Zeit hatte, nachzudenken, wie er den abprallenden Ball zum 2:1 für die Turner im Tor unterbrachte. Er entschied sich richtigerweise für den sicheren Put und nicht für den wuchtigen Huf.
Doch die Freude über den schmeichelhaften Führungstreffer währte auf Seiten der Turner nur kurz, kam der Gastgeber unmittelbar nach der Gästeführung zum abermaligen und verdienten Ausgleich. Zwar wehrte Torhüter Michel Krause den ersten Torschuss der Gastgeber noch bravoröus ab, war er dann aber gegen den Nachschuss machtlos so dass es trotz des späten Ausgleichs aus MTV Sicht mit einem glücklichen 2:2 in die Kabinen ging.
TSV Gellersen – MTV Treubund
2:5 (2:2)
Hier wies MTV Coach Olaf Kranz auf den Umstand hin, dass das Spiel in Hälfte 2 bei Null beginnen würde. Es braucht aber etwas mehr Vorwärtsdrang, um dem Dauerdruck des TSV und somit einem drohenden Rückstand zu entgehen.
Dass der MTV dem frühen Rückstand in der 2. Halbzeit entgangen ist, war dem stabilen Lattenkreuz des Tores von Michel Krause zu verdanken, der zwar nicht den dumpfen Aufprall des Balles aber unmittelbar danach das um ihn herum wackelnde Gehäuse sah.
Dieser Lattenkracher war schließlich der Weckruf für die Lüneburger, die nun nach und nach aktiver und mutiger wurden und sich somit aus der Umklammerung der mit Ü-32 Spielern gespickten Gastgeber befreiten.
Einer dieser Befreiungsschläge ereignete sich in der 52. Minute. Am rechten Flügel spielten Florian Heuer und Tahir Khan einen sehr gefälligen Doppelpass. Erstgenannter passte danach gekonnt in die Spitze, wo sich Tempostürmer Christian Felgner nach einem taktischen Wechsel in altvertrauter voderster Position befand. Dieser machte den Ball an der Außenlinie fest, nahm Kurs in Richtung Tor auf, ließ sich bei seinem Tempolauf mit Ball auch nicht von mehreren Gegenspielern aufhalten und brachte den Ball mit purem Willen nach dem Motto „Einer gegen Alle“ tatsächlich im Tor der Gastgeber zum laut umjubelten 3:2 für den Tabellenführer unter.
Dass es nicht zum dritten Comeback des TSV Gellersen gekommen ist, verdankten die Lüneburger ihrem Schlussmann Michel Krause. Kam er dieses Mal nicht nur rechtzeitig zur Halbzeitansprache in die Kabine, sondern noch schneller an die auf sein Tor abgegebenen Schüsse der Gastgeber. Seine Königsparade an diesem Abend zeigte er 4 Minuten nach dem Führungstreffer der Lüneburger, als der MTV Goalie einen aus Nahdistanz abgegeben platzierten Torschuss blitzschnell per Fußabwehr parierte und der bravoröus abgewehrte Ball in gefährlicher Flugbahn auf dem Tordach landete.
Kurz danach befand sich der MTV wieder in der Vorwärtsbewegung. Und wie. Einen schön vorgetragenen Angriff, bei dem sich Sturmtank Jörg Marsiske und Taktgeber Timm Sabatino durch die gegnerische Abwehr kombinierten, schloss der Ballkreisel Timm Sabatino beherzt ab, indem er dieses Mal schnörkellos den Abschluss suchte und per satter Klebe vorentscheidend auf 4:2 für die Turner stellte.
Und 2 Minuten später war dieses nervenaufreibende Spitzenspiel endgültig entschieden. Der Dosenöffner war auch gleichzeitig der Deckelsetzer dieser rasanten Partie, Jörg Marsis
ke, der aus kurzer Distanz sicher vollendete und damit das Spiel endgültig entschied.
Dass der in der Schlussphase des Spiels als Stürmer eingewechselte Jakob Zientek, an der Mittellinie freistehend angespielt, nicht numerisch den Schlusspunkt setzte, lag daran, dass er zwar im Gegensatz zu dem Spielan- und -ausknipser Jörg Marsiske, der ja bekanntlich in der 2. Spielminute die Einladung des freien Weges zum gegnerischen Tor ausschlug, den direkten Weg zum Tor suchte, aber aufgrund fehlender Grundgeschwindigleit nicht fand.
So blieb es am Ende bei dem den Spielverlauf nicht wiedergebenden 5:2 Erfolg der Gäste. Ein Ergebnis, dass in der Kabine der Turner ausgiebig gefeiert wurde.
Und am Ende des Abends schloss sich auch hier der Kreis, wurden die Lüneburger doch höflich aus der Kabine gebeten, da der Gastgeber so früh ging, so spät er gekommen war und der MTV erneut vor verschlossener Kabinentür stand. Vorher verabschiedete der symphatische Kabinenschließer und TSV Urgestein Thorsten Hanstedt die Turner mit einer innigen Kabinenansprache, in der er sehr direkte herzerfrischende Worte fand, die man frei wie folgt übersetzen kann: Irgendwann würde die MTV Serie gegen den TSV reißen.
Weiter geht es für die Rothosen am Mittwoch den 29.04. mit dem Pokalhalbfinale bei der SG Bleckede/Neetze.
Die Tore für den MTV erzielten: 0:1 Jörg Marsiske, 1:1, 1:2 Christian Felgner, 2:2, 2:3 Christian Felgner, 2:4 Timm Sabatino, 2:5 Jörg Marsiske
Für den MTV spielten: Michel Krause, Mike Ziehm, Florian Heuer, Mark Less, Maik Alvermann, Timm Sabatino, Tahir Kahn, Christian Felgner, Jörg Marsiske, Jakob Zientek
An der Seitenaußenlinie die gute Seele Kerstin Schröder
