Packender Pokalfight gegen TSV Gellersen endet mit 4:2 für willensstarke Turner
Lüneburg 20.03.2026
Die Mannen vom Trainerteam Olaf Kranz, Timm Sabatino, Florian Heuer und Maik Alvermann haben sich nach einem packenden Pokalfight gegen den TSV Gellersen, den die Rothosen am Ende mit 4:2 für sich entschieden, für die Vorschlussrunde qualifiziert. In dieser geht es voraussichtlich am 29.04. an die Elbe, wurde dem MTV doch die SG Bleckede/Neetze als Halbfinalgegner zugelost.
Aber um überhaupt in der Loskugel für das Halbfinale gelandet zu sein, war mit dem TSV Gellersen vorher die erwartet harte Nuss zu knacken, um zu verhindern, dass sich der starke Rivalen aus der Samtgemeinde Gellersen in der Halbfinalkugel einnistet.
MTV Coach Olaf Kranz forderte von seinem Team in der heiligen Kabine leidenschaftliche Hingabe und eine gehörige Portion Mut ein, sollte das junge, physisch starke Team vom TSV Gellersen in die rot-weißen Schranken verwiesen werden.
Und entsprechend selbstbewusst gingen die Turner in dieses Spiel. Auch dem geschuldet, dass dem Trainergespann nahezu der komplette Kader zur Verfügung stand, so dass Coach Olaf Kranz bei der ungewohnt großen Anzahl der ihm zur Verfügung stehenden Spieler in der internen Kadermail kurzfristig die Orientierung verlor. Sein Team hingegen war von der 1. Minute an bestens auf Kurs, so dass sich von Beginn an ein Spiel auf Augenhöhe entwickelte.
Der MTV besaß gefühlt Feldvorteile und mehr Ballbesitz, allerdings ohne diese Vermutung statistisch belegen zu können.
Auf der anderen Seite präsentierte sich der Gast nach Balleroberung brandgefährlich, suchten die Gelb-Schwarzen doch nach Ballgewinn meistens den direkten Weg auf das vom sehr aufmerksam agierenden MTV Schlussmann Michel Krause gehütete Turner Tor.
Mitte der ersten Hälfte wäre es nach diesem Strickmuster auch fast um den starken MTV-Defensivverbund Timo Posnanski, Mike Ziehm und Kapitän Florian Heuer geschehen, aber ein Gästeangreifer schob frei vorm Tor stehend das runde Spielgerät knapp am rechten Pfosten vorbei.
Da aber auch die MTV Offensivkräfte Christian Felgner, Jörg Marsiske und der leicht hängende, sich aber nicht hängen lassende Reno Schellin noch nicht durchschlagskräftig agierten, sah es im Hasenburger Grund nach einem torlosen Pausenstand aus.
Dann trat aber 15 Sekunden vorm Pausenpfiff des hervorragend agierenden Schiedsrichters Steffen Raida
der „doppelte“ Paddy Eschen auf den Plan.
Als hätte sein Coach eine Vorahnung gehabt, agierte der in der Kadermail seines Trainers doppelt genannte Aktivspieler dann während des Spiels auch auf zwei unterschiedlichen Positionen. Begann er zuerst in der Defensive, beorderte ihn der Teamverantwortliche während des Spiels in die während des gesamten Spiels sehr aufmerksame und dynamische Mittelfeldreihe Maik Alvermann, Timm Sabatino, Tahir Kahn und Jan Köller. Und besagte 15 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff fasste sich Paddy Eschen ein Herz, setzte sich energisch auf seiner rechten Seite durch und passte den Ball in den Strafraum der Gäste. Dort agierte Kraftpaket und Mittelstürmer Jörg Marsiske mehr als gedankenschnell und bugsierte den Ball mit einem sehr langen Bein und der vorderste Noppe seines Fussballschuhs über die Torlinie des Gästetores. Unmittelbar danach war Halbzeit und das sehr unterhaltsame Fussballspiel verdientermaßen keine Nullnummer mehr.
MTV Treubund – TSV Gellersen
4:2 (1:0)
In der Halbzeitpause stimmte das Trainergespann die Rothosen darauf ein, dass der Gast aufgrund des Rückstands in der 2. Hälfte die Turner höher anlaufen wird, um den Druck auf die Lüneburger zu erhöhen.
Zumindst versuchte es der Gast, diese prognostizierte Spielidee umzusetzen. Hiervon blieb der Gastgeber aber zunächst unbeeindruckt, war das gesamte Team der Lüneburger doch sehr wachsam und hochkonzentriert und ließ wenig Torchancen zu.
Und in der 43. Minute schien das Spiel seine Vorentscheidung zu finden. Der MTV bekam aus halbrechter Position in Strafraumnähe einen Freistoß zugesprochen. Timm Sabatino bot dem auserkorenen Schützen Reno Schellin an, ihm durch sein Zuspiel ein paar Zentimeter Tordistanz abzunehmen, um seinen von der NFV Hallenkreismeisterschaft noch leicht lädierten und geschundenen Körper noch etwas Entlastung zu gewähren. Reno Schellin lehnte aber mit den Worten „Nein danke, den mache ich von hier rein“ ab, hielt Wort und erhöhte auf 2:0.
Doch das vermeintliche 2:0 Ruhekissen sorgte nicht allzu lange für Entspannung bei den Rothosen. Denn die Turner haben in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass sie ausgegebene Trainermarschrouten befolgen. Hatte Kümmerer Olaf Kranz in der Ansprache vor dem Spiel noch angekündigt, dass eigene Fehler sowohl unterlaufen als auch klaglos akzeptiert und gemeinschaftlich ausgebügelt werden, war es in der 48. Minute verbrieft. Gästeakteur Mirco Exner war Profiteur eines MTV Fehlers im Aufbauspiel und sorgte somit für das 1:2 der Gäste, allerdings nicht für hörbare Missstimmung in Reihen des MTV.
Und auch als die Gäste 6 Minuten später mit einen schnellen Angriff in Person Ihres jungen Antreibers Jan-Philipp Wulf den Ausgleich erzielten und das Spiel somit neu begann, wurde es nicht unruhig in den Reihen der Lüneburger.
Und bevor im MTV Team das schlechte Gewissen einer nicht ganz idealen Rückrundenvorbereitung aufkeimen und Überlegungen aufkommen konnten, ob man nun dem deutlich jüngeren Gästeteam physisch noch Paroli bieten könne, spielte sich der „unscheinbare“ Jan Köller in den Blickpunkt. Und das, obwohl dieser in der internen Kadermail versehentlich keinen Eintrag fand.
2 Minuten nach dem Ausgleich brachte Jan Köller eine scharfe Hereingabe in den Strafraum der Gäste. Dort nahm im Selbstverständnis eines Immertreffs der gewohnt fleißige Bahnspieler Maik Alvermann den Ball direkt. Das Tor zum 3:2 erzielte nach dieser präzisen wie bestimmt so gewollten Direktabnahme allerdings nicht Maik Alvermann selbst sondern der am langen Pfosten postierte Tempostürmer Christian Felgner. Damit standen alle 3 MTV Stürmer im Spielberichtsbogen von Steffen Raida.
3 Minuten später war der MTV-Jubel dann grenzenlos, denn die Lüneburger erhöhten auf 4:2. Die Angriffsaktion wurde aus dem Mittelfeld erneut eingeleitet vom sehr scheinbaren Jan Köller, der den Ball auf den ewig wendigen Reno Schellin passte. Dieser leitete den Ball als Sandwichspieler auf den „Neuner“ Christian Felgner weiter, wobei dieser Pass von Reno Schellin im Gegensatz zum Maik Alvermann Zuspiel 3 Minuten zuvor unbedingt so gewollt und somit sehr schön anzuschauen war. Der Rest war Formsache für den Vollstrecker mit der Nummer 9 im MTV Trikot und danach auch für das an diesem Abend wieder sehr MTVgene Team.
In den letzten 10 Minuten ließ der MTV keine Torchancen der nun sichtlich konsternierten Gäste mehr zu. Gleiches galt auch für die Gegenseite, auch durch die tatkräftige Unterstützung von Tahir Khan, der 2 Minuten vor Schluss, sich in aussichtsreicher Situation befindend, sich weder für einen Querpass auf einen seiner gut postierten Mitspieler entscheiden noch gegen seinen vierten und letzten Gegenspieler durchsetzen konnte.
Somit gewann der MTV diesen tollen Pokalfight am Ende mit 4:2.
Mit dieser Euphorie geht es nun am Freitag nach den Osterferien in die Rückrunde, in die die Lüneburger mit der Partie gegen die SG Adendorf/Brietlingen im Hasenburger Grund starten.
Die Tore erzielten: 1:0 Jörg Marsiske, 2:0 Reno Schellin, 2:1 Mirko Exner, 2:2 Jan-Philipp Wulf, 3:2 Christian Felgner, 4:2 Christian Felgner
Für den MTV spielten: Michel Krause, Mike Ziehm, Timo Posnanski, Florian Heuer, Patrick Eschen, Jan Köller, Timm Sabatino, Tahir Kahn, Maik Alvermann, Reno Schellin, Christian Felgner, Jörg Marsiske
An der Seitenaußenlinie die gute Seele Kerstin Schröder
Foto: Archiv MTV Treubund Lüneburg
