Pokalstachel sitzt weiter fest

1:2 Pokal-Halbfinalaus bei der SG Bleckede/Neetze

Bleckede 29.04.2026

Das Team von Trainergespann Olaf Kranz, Timm Sabatino, Maik Alvermann und Florian Heuer hat die erste Pflichtspielniederlage nach exakt 11 Monaten einstecken müssen. Wieder ereilte den MTV die Niederlage im Pokalwettbewerb, und wie bei der letztjährigen 2:3 Niederlage im Finale gegen den TuS Barendorf saß der Stachel der Enttäuschung nach der 1:2 Halbfinalniederlage gegen die SG Bleckede/Neetze tief beim MTV.

Vor dem Spiel war die Hoffnung der Rothosen groß, wie im letzten Jahr erneut ins Pokalfinale einzuziehen. Ist zwar die Spielgemeinschaft von der Elbe nicht nur aus Sicht der Lüneburger speziell auf dem B Platz des Sportplatzes an der H.-E.-W. Straße
schwer zu bespielen, reiste der MTV aber dennoch zuversichtlich in Richtung Elbschloss, war doch der Kader im Gegensatz zum letzten Punktspiel gegen den TSV Gellersen nicht nur qualitativ sondern auch quantitativ gut besetzt.

Und so schwor Coach Olaf Kranz sein Team in der Kabine auf ein traditionell unangenehmes Spiel an der Elbe ein, das aber durch eine mutige und dominante Spielweise auf die Seite der Lüneburger gezogen werden sollte.

Aber schnell zeigte es sich, dass die sehr disziplinierte und stabile Spielweise der nominell arg gebeutelten Gastgeber weder eine wirkliche Dominanz der Lüneburger noch gute Torchancen für die Rothosen zuließ.

Und in der 14. Minute kam es noch schlimmer für die Gäste. Nachdem der ansonsten wieder sichere MTV-Torhüter Michel Krause den Ball nicht rechtzeitig aus dem Strafraum beförderte und auch im Anschluss an den durch den Bleckeder Wiesel Gerd Miebs errungenen Ballgewinn die MTV Defensive keinen Zugriff mehr auf die umtriebige Arbeitsbiene der Spielgemeinschaft bekam, vollstreckte der SG-Antreiber gekonnt und in aller Ruhe zur 1:0 Führung für die Gastgeber.

Spätestens damit begann das Spiel  für den Favoriten aus Lüneburg beschwerlich zu werden. Noch schwieriger wurde es für die Rothosen durch den Umstand, dass sich hinter dem dicht, unmittelbar um den eigenen Strafraum herum gestaffelten Verteidigungswall der Gastgeber mit  Marco Koch ein sehr starker Torhüter befand. Und dieser steigerte sich von Minute zu Minute in diesem Spiel.

Doch entmutigen ließen sich die Rothosen nicht von diesen Widerständen, waren sie doch darauf vorbereitet, dass es zuweilen schmerzhaft und leidvoll ist, einen tiefsitzenden Fremdkörper wie den Pokalstachel zu entfernen.

Und so verlagerten die Gäste das Spiel zunehmend in die Hälfte der Elbanrainer. Schmerzvoll kamen die Lüneburger dann auch nach einer knappen halben Stunde zum Erfolg. Reno Schellin, von seiner Frau nach dessen Geburtstagsentführung während des Spiels gegen den TSV Gellersen letzte Woche mittlerweile wohlbehalten wieder freigelassen in die Fussballwelt, dribbelte sich gekonnt in den Strafraum der Spielgemeinschaft vor. Dort mit Ball angekommen, wurde er per Fußtritt rustikal vom Spielgerät getrennt, so dass der Neunmeterpfiff des sehr gut leitenden Schiedsrichters Cord Schütte die logische Konsequenz war.

Aus neun Metern wurden bei der Ausführung allerdings gefühlte elf Meter Torentfernung, schritt der Unparteiische die Entfernung von der Torlinie bis zum ominösen Punkt doch nicht ab sondern legte diese per Daumenmaß fest.

Ein Umstand, von dem sich Strafstoßschütze Christian Felgner nicht irritieren ließ, brachte er den Ball doch mit viel Wucht flach wie perfekt direkt neben dem von ihn aus gesehenen linken Pfosten im Tor unter. Diese perfekte Ausführung war auch erforderlich, tauchte Hexer Marco Koch doch erneut blitzschnell in die richtige Ecke ab, war aber aufgrund der perfekten Ausführung dieses Strafstoßes durch Christian Felgner machtlos.

Als sich das Spiel und die Mannschaften gefühlt schon in der Halbzeitpause befanden, war dann auch der Lüneburger Torhüter Michel Krause machtlos. Aus einem eigenen Einwurf in der eigenen Hälfte der Turner entwickelte sich nach zwei unsauberen Ballaktionen der MTV Defensive ein unnötiger Ballverlust. Profiteur dieser Fehlerkette war SG- Stoßstürmer und Urgewalt Lukasz Jabblonski. Dieser schnappte sich 13 Meter vor dem Tor das runde Kunstleder und hämmerte dieses blitzartig ins Gehäuse der verdutzen Rothosen. Selbst wenn Schiedsrichter Cord Schütte unmittelbar vor dem Schuss beide Teams in die Halbzeit gepfiffen hätte, wäre der Kanonenschlag vorm Ertönen des Pfiffes im Tor gelandet.

So ging es also mit langen Turner Gesichtern in die Kabinen der zu beiden Seiten an der Elbe gelegenen Kleinstadt.

SG Bleckede/Neetze – MTV Treubund
2:1 (2:1)

Hier wiesen die Coaches Olaf Kranz und Timm Sabatino auf die Erwartbarkeit dieses Spielverlaufs hin und forderten die MTV Sieben dazu auf, den 2. Durchgang couragiert und nach Möglichkeit fehlerfrei zu bestreiten.

Und dementsprechend fokussiert und engagiert ging der letztjährige Finalist nahezu während des kompletten 2. Durchgangs zu Werke. Aus dieser zielgerichteten Spielweise ergaben sich auch eine Vielzahl bester Torgelegenheiten für die Turner. Aber welche Rothose aus dem Team der dieses Mal im edlen grau gekleideten Turner es auch immer versuchte zum Torerfolg zu kommen, scheiterte am sich längst im Rausch befindlichen SG-Schlussmann Marco Koch.

Unterstützung erhielt der Teufelskerl zwischen den Pfosten durch sein sich leidenschaftlich gegen den Ausgleich stemmendes Team, das durch den verletzungsbedingten Ausfalls ihres Abwehrchefs Steffen Rodenwald personell zusätzlich geschwächt wurde. Aber auch die Einwechselspieler der Gastgeber, die vermutlich eher der 3. und 4. Sturmreihe der Spielgemeinschaft zuzuordnen sind, nahmen den Leidenskampf bedingungslos an und sorgten somit für eine Mann- und Mausverteidigung der Gastgeber.

Den letzten Push erhielt der allmählich unterzuckerte Hexer zwischen den SG- Pfosten durch mehrere Schlucke aus der Pulle, die ihm während der MTV Dauerdruckendphase vom Betreuungsstab der Gastgeber mehrfach gereicht wurde

Und so schafften es die Rothosen tatsächlich nicht mehr, den Ausgleich zu erzielen, so dass die Turner in dieser Saison nicht nur das erste Mal ohne eigenes Feldtor geblieben sondern damit auch schmerzhaft aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden sind.
Auf die Dopingprobe des überragenden Marco Koch verzichteten die Lüneburger aus Fairnessgründen.

Nun können sich die Turner ganz auf den Gewinn Meisterschaft konzentrieren. Und hier verbesserte sich die MTV-Lage während des Pokalaus ohne eigenes Zutun erheblich, unterlag doch zeitgleich der ärgste Verfolger der Rothosen, der TuS Barendorf völlig unerwartet mit 4:5 in Karze, so dass beide Spitzenteams zeitgleich in der Elbe baden gegangen sind.

Tabellarisch haben die Lüneburger vor den noch 4 ausstehenden Spielen 7 Punkte Vorsprung, so dass nun 2 Siege zum Titelgewinn ausreichen würde.

Den ersten davon möchten die Turner gerne am kommenden Freitag im Derby bei der SV Eintracht einfahren. Dazu wird  aber eine nahezu fehlerfreie Leistung und eine treffsichere Offensive von Nöten sein.

Die Tore: 1:0 Gerd Miebs, 1:1 Christian Felgner, 2:1 Lukasz Jablonski

Für den MTV spielten: Michel Krause, Mike Ziehm, Mark Less, Henning Witte, Florian Heuer, Sven Meißner, Timm Sabatino, Maik Alvermann, Reno Schellin, Christian Felgner, Jörg Marsiske

An der Seitenaußenlinie die gute Seele Kerstin Schröder

Foto: MTV Treubund

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